Samstag, 28. April 2012
war Komponist Hector Berlioz an Epilepsie erkrankt?
marlow markar, 16:22h
These: Komponist Hector Berlioz an Epilepsie erkrankt
Abhandlung von Marlene Schnabel-Marquardt zu dieser, von ihr erstmals gestellten These für das musikwissentschaftliche Semina Universität Freiburg. Die These wurde von Prof.Dr Christian Berger bestätigt, aufgegriffen und in seinen Veröffentlichungen über Berlioz als Quelle gekenntzeichnet.
Sehr geehrter Prof. Dr. Christian Berger ,
Nachdem ich mich intensiv mit Hector Berlioz beschäftigt und ein Telefonat mit
Prof.Ansgar Matthes geführt habe , welcher mir mitteilte , daß er die ursprünglichen Informationen über die Bekundung einer Epilepsie des Künstlers von dem amerikanischen Epileptologen William G. Lennox (verst.) aus dessen Buch “science and seizures” übernommen hat und er mir empfahl nun doch die weiteren Recherchen über dieses Thema fort zuführen , da ich eine “ berufliche “ Kollegin von Berlioz sei und doch schon mehr wisse zu diesem Thema , bin ich zu folgender Differential Diagnostik gekommen , die ich wiederum mit Herrn Dr. Fouquet Neurologe und Psychiater abgeglichen habe :
Meines Erachtens hat Hector Berlioz , nach den mir bisher zugänglichen
autobiographischen und zeitgenössischen Berichten zufolge, mit Wahrscheinlichkeit eine
Komplex - partielle Epilepsie gehabt mit seltener Generalisierung in einem allgemein weiträumigen Anfallszyklus . (Ätiologie nicht mehr feststellbar . Beginn in der Kindheit oder ev. sogar seit der Geburt . Die Genese ist nicht genauer einzukreisen. )
D.h.: Wenn Berlioz einen Anfall hatte , dann haben sich vornehmlich die elektrischen Potentiale in einem Teil seines Gehirnes entladen , ohne daß sie generalisiert auf das ganze Gehirn übergegriffen hätten . Ist das der Fall führt das zu einem großen Anfall , den grand mal . Dies waren aber nur selten beschriebene Ereignisse im Leben des Komponisten , die nicht so gut zu sichern sind wie seine komplex partiellen Anfälle , für die es vielzählige Beschreibungen gibt, die so typisch sind für einen Epilepsiekranken , der nicht weiß unter was er leidet und nach Worten ringt um zu erklären was ihn quält. So typisch , daß man sie direkt mit Worten aus meinem Tagebuch , als ich 15 war, vergleichen kann , als ich auch noch nicht über meine Krankheit Bescheid wußte .Es war für mich, ehrlich gestanden , fast erschreckend die Memoiren zu lesen , in denen ich so viele ähnliche Formulierungen entdeckte . Ich finde es sehr wichtig bei einer Künstlerpersönlichkeit wie Berlioz eine genaue Differential Diagnostik zu betreiben , so wie man es bei Van Gogh gemacht hat , wenn man verantwortungsvoll mit einer Aussage wie dieser , nämlich Epilepsie umgehen will , denn ich weiß aus eigenen Erfahrungen , welchen Wirbel das verursachen kann denn schon oft ist meine Musik mit meiner Epilepsie in Verbindung gebracht worden obwohl ich nicht berühmt bin ,- denn Halt !! Epilepsie ist nicht gleich Epilepsie …
Eben, und zusätzlich müssen wir beachten , daß Berlioz nicht in Behandlung war .
Er hatte seine ganz eigenen Arten der Anfalls - Präventions Maßnahmen :
Nämlich das Arbeiten. D.h. Adrenalin aufbauen , Energie erzeugen , denn im absolut wachen Zustand hat der Mensch am wenigsten Anfälle . Wann war Berlioz am konzentriertesten ? Natürlich bei den Dingen , die ihm am meisten am Herzen lagen und das war das Komponieren , beim Durchführen seiner Kompositionen , das Schreiben sowie Philosophieren auch mit Gesprächspartnern und das Lieben allgemein . Oft hat Berlioz auch mit cholerischen Ausbrüchen und Aggressionsanfällen, sei es über sich oder die Welt, Adrenalin erzeugt, wenn die Aggressionen nicht gerade prä - oder postepileptische Anfallsäquivalente gewesen sind oder ein reaktives Verhalten auf Grund von Erschöpfungszuständen waren .Permanent beschäftigte er sich damit sein Gehirn anzupeitschen , damit es sich ja nicht entspannte , denn dann können sich die elektrischen Potentiale unkontrolliert entladen und ein Anfall entsteht . Genau das ist ihm immer dann passiert, wenn er alleine war . In der Natur , in Ruhe an einem schönen Sommertag , unbeobachtet ohne den Zwang etwas vor jemand anderem tun zu wollen und, was aber auch ganz wichtig ist, ohne sich vor jemand anderem für etwas schämen zu müssen.
nn diese ereignet sich immer in Anwesenheit von “Zuschauern” . Obwohl manche Stimmen
Andeutungen in die gegenteilige Richtung machen, bescheinige ich Berlioz einen absolut kontrollierten Charakter , der seine Exaltiertheit , scheinbare Zügellosigkeit in seinen Affekthandlungen immer bis ins Detail zu steuern wußte . Er hat sich selbst dirigiert , gleich einem Musiker im Orchester .Und er war auch fest überzeugt der kompromissloseste Diener der Musik zu sein . Diese perfekte Unnahbarkeit benötigte er für das extrem anstrengende Leben als Komponist , der zugleich Dirigent und auch noch Musikkritiker war. Und diese Unantastbarkeit seiner selbst hat er auch ein ganzes Leben lang aufrecht erhalten können , in dem er einfach kein Instrument mehr spielte , oder nicht mehr übte ? Das mit dem nicht mehr Spielen glaube ich nicht so ganz , sonst hätte er auch keine Gitarre mehr besessen . Er war so perfektionistisch , daß er seine instrumentalistischen Ziele selbst wahrscheinlich niemals erreicht hätte und er an der Zeit für seine Kompositionen Einsparungen hätte vornehmen müssen , daß er so voraussehend war frühzeitig seine Kindheitsinstrumente einfach in der Ecke stehen zu lassen, bevor er sich vielleicht selbst vor Ehrgeiz verzehrt hätte .
Es ist verblüffend welch genaue Vorstellungen Berlioz davon hatte , wie selbst sein Lebensweg und seine Biographie auszusehen hatten . Dinge , die ihm missfielen sparte er kompromisslos aus .
Er strotzte vor Selbstbewusstsein , wenn man es unterlässt zwischen den Zeilen zu lesen .
Er , Berlioz war felsenfest in seiner Meinung , doch da gibt es in seiner langen Autobiographie “Memoiren” , in denen er noch ankündigt keine Bekenntnisse zu schreiben , einen Stolperstein in seinem erzählerischen Rausch, ja sogar in seinem literarischen Erzählstil. Es ist eine Schneise , an ihr angelangt hält der Leser automatisch, bedächtig forschend, inne . Was ist es ?
Berlioz sagt er bildet sich etwas ein . Na hoppla , und er sagt er könne es auch schlecht beschreiben . Wie , - er der zynische , messerschneidige Kritiker , der jede Problematik mit seinem Verstand gleich einem Skalpell zerlegen kann ?!! Er redet von einer immer wieder kehrenden , nicht wirklichen , eingebildeten , moralischen Krankheit . Er schämt sich für etwas und schreibt sich in seiner eigenen Autobiographie die Scham therapeutisch und dann , so wie es Berlioz Art ist , theoretisch werdend , von der Seele .Am Ende wird klar : Berlioz redet von der “grausamen Krankheit” und von “zwei verschiedenen Arten spleen “ . Das ist wichtig und wurde von den Biographen oftmals nicht zu genüge getrennt gesehen . Aber das ist das Ausschlaggebende .Die grausame Krankheit steht für Berlioz` epileptische , sprich körperliche Erkrankung und die spleens stehen für die psychischen Reaktionen auf die Erkrankung . Daß Berlioz verschiedene Sorten von spleens wahrnimmt passt zum Krankheitsbild und mit seiner verfeinerten Selbstbeobachtungsgabe beschreibt er Gefühle , die Auren vor Anfällen gleichkommen , Zustände die während & nach Anfällen vorkommen , Auren die für sich alleine auftreten , ohne danach einen Anfall hervorzubringen und er beschreibt Situationen , die gefühlsmäßig einer epileptischen Aura gleich kommen , ihn also daran erinnern . Kurz , mit dem spleen faßt Berlioz all seine psychischen und auch psychosomatischen Beschwerden zusammen und gibt ihnen einen Namen . Sicher , da durch die Tradition eines Baudelaire es schicklicher war an einem spleen zu leiden , dies auch zu einem genialen Komponisten vortrefflich passte , wurde schon behauptet , daß Berlioz sich diesen spleen als sogenannte Modekrankheit angeeignet hat. Nun denn , zum Glück hatte er diese Möglichkeit ! Sonst wäre gar kein Ventil für ihn da gewesen unter dem Deckmantel des spleen über seine grausame Krankheit zu schreiben . Denn diese erwähnt er so gut wie nie , während er von seiner Krankheit des Jahrhunderts des öfteren redet .
Ach wie schön hast Du Menschen an der Nase herumgeführt , weil Du doch Angst hattest als Epileptiker vielleicht die Begabung und auch die Intelligenz aberkannt zu bekommen .
Ich bin stolz auf Dich , besser hättest Du Deine Intelligenz nicht unter Beweis stellen können , denn so viele hast Du Schach Matt gesetzt .
ˇSelbst für erfahrene Psychologen , Psychiater , Neurologen und Musikwissenschaftler ist Hector Berlioz ein so vielschichtiger Charakter mit so einer schwer klassifizierbaren Psyche , daß er es einem schier unmöglich macht ihn manchmal zu verstehen .Er hat seine Memoiren geschrieben weil er akribisch auf eine Richtigstellung seiner Vita bestand und weil er eine unstillbare Sehnsucht nach dem Verständnis seiner Umwelt verspürte, aber ambivalenter Weise hat er gleichzeitig mit seinem Intellekt so manche “Nebelbombe” geworfen , daß ich zu der Auffassung gekommen bin , ihn manchmal gar nicht mit seinen “eigenen Waffen schlagen zu können” ( es geht hier nicht um das Besiegen, nein , selbstverständlich um das Verstehen - Wollen ) .Dann versuchte ich ihn nicht mit dem Intellekt sondern mit meinem Instinkt oder auf dem emotionalem Gebiet zu begreifen. So habe ich in manchen Fällen von Unschlüssigkeit diese Methode angewandt und bin nur so damit weiter gekommen . Eigentlich hat Berlioz selbst von seinen Lesern und Biographen verlangt einmal ihre sachliche Intelligenz einzusetzen um ihn zu verstehen und dann ein anderes Mal ihre emotionale Intelligenz , um wiederum ein weiteres Mal ihre Sprachliche und dann künstlerische Intelligenz zu gebrauchen , stets verbunden mit einer gehörigen Portion an Bildung . Das ist ein enormer Anspruch ! Deswegen die Theorie meiner zuvor erklärten Methode .
Zum Abschluß , bevor ich nun meine Auszüge aus Autobiographie , musikwissenschaftlichen Schriften , medizinischen Schriften mit stichpunktartigen Bemerkungen darlege möchte ich sagen, daß ich hoffe, gewissenhaft recherchiert zu haben und Hector Berlioz mir vergeben soll, falls ich eine falsche Diagnose gestellt haben sollte , denn er ist der Einzige , der die tatsächliche Wahrheit über sich weiß , das sollten wir alle niemals vergessen .
Danke der Aufmerksamkeit .
____________________________
Marlene Marquardt
Ich gehe davon aus , daß Sie die Texte aus den musikwissenschaftlichen Bereichen , die ich Ihnen zusammengestellt habe alle kennen , da ich über Ihre Doktorarbeit und die damit verbundenen Aufenthalte in Paris und Ihre Studien informiert bin . Trotzdem ist die Zusammenstellung unter dem neuen Aspekt “Epilepsie” ein Anderer als bei der “Symphonie Fantastique” aber vielleicht ist es für Sie ja von neuem interessant . Ich weiß auch , daß die Memoiren leider nicht so gut übersetzt sind , deswegen habe ich des öfteren auf Bemerkungen aus Veröffentlichungen Von Herrn Wolfgang Dömling zurückgegriffen . Sie sprechen perfekt Französisch und wenn Sie ein Thema näher interessiert , hätten Sie ja die Möglichkeit in der Originalausgabe die angegebenen Textstellen nachzulesen . Wissen Sie was ich mir gedacht habe ? Daß Sie vielleicht derjenige sind, der für die neue Veröffentlichung der Ullstein Mutimedia CD-Rom “Lexikon der Musik” die Werks Analyse eines Ausschnittes der Symphonie Fantastique beiträgt sowie den biographischen Teil .Der Verlag hat unter Anderem seinen Veröffentlichungstermin vom Oktober bis jetzt nach hinten Verschoben . Es ist ein logisches Konzept , weil schon Paganini gesagt hat Berlioz sei der Nachfolger von Beethoven , und bei der letzten Ausgabe war dieser besprochen worden .Bitte entschuldigen Sie , wenn ich mich mit Berlioz beschäftige , dann beschäftige ich mich automatisch auch mit dem jenigenen , der sich dann weiter mit Berlioz beschäftigt .Sie verstehen die Kettenreaktion . Eine musikalisch - intellektuelle Kettenreaktion .
P.S.: Im Übrigen entspricht meine Epilepsie Diagnose in etwa der von Hector Berlioz , mit dem Unterschied , daß ich des öfteren komplex -partielle Anfälle mit danach folgender Generalisierung habe und einen relativ kurzen und gehäuften Zyklus , da ich eine genetisch bedingte Epilepsie seit meiner Geburt habe , die leider erst mit 25 Jahren effektiv behandelt wurde und sich dadurch die “epileptischen Bahnen” in meinem Gehirn verstärkt manifestieren konnten . Für diese Epilepsien ist Prof. Dr. Zentner ein Spezialist !! Ich finde aber immer wieder praktisch , daß ich in etwa weiß , wie man sich als Epileptiker gefühlt haben muss in Zeiten , als es noch keine Medikamente und viele Vorurteile gegen diese Krankheit gab ! Wie Sie sehen macht es mir Spaß aus allen meinen Erfahrungen nützliche Erfolge heraus zu filtrieren ! Voila , nun im Folgenden zuerst Basis Wissen & dann lassen wir unseren lieben Berlioz zu Wort kommen:
Wenn Sie weiterlesen möchten bitte auf die Seite des Kulturverlages von Marlene Schnabel-Marquardt http://www.freiekunst.com gehen
Abhandlung von Marlene Schnabel-Marquardt zu dieser, von ihr erstmals gestellten These für das musikwissentschaftliche Semina Universität Freiburg. Die These wurde von Prof.Dr Christian Berger bestätigt, aufgegriffen und in seinen Veröffentlichungen über Berlioz als Quelle gekenntzeichnet.
Sehr geehrter Prof. Dr. Christian Berger ,
Nachdem ich mich intensiv mit Hector Berlioz beschäftigt und ein Telefonat mit
Prof.Ansgar Matthes geführt habe , welcher mir mitteilte , daß er die ursprünglichen Informationen über die Bekundung einer Epilepsie des Künstlers von dem amerikanischen Epileptologen William G. Lennox (verst.) aus dessen Buch “science and seizures” übernommen hat und er mir empfahl nun doch die weiteren Recherchen über dieses Thema fort zuführen , da ich eine “ berufliche “ Kollegin von Berlioz sei und doch schon mehr wisse zu diesem Thema , bin ich zu folgender Differential Diagnostik gekommen , die ich wiederum mit Herrn Dr. Fouquet Neurologe und Psychiater abgeglichen habe :
Meines Erachtens hat Hector Berlioz , nach den mir bisher zugänglichen
autobiographischen und zeitgenössischen Berichten zufolge, mit Wahrscheinlichkeit eine
Komplex - partielle Epilepsie gehabt mit seltener Generalisierung in einem allgemein weiträumigen Anfallszyklus . (Ätiologie nicht mehr feststellbar . Beginn in der Kindheit oder ev. sogar seit der Geburt . Die Genese ist nicht genauer einzukreisen. )
D.h.: Wenn Berlioz einen Anfall hatte , dann haben sich vornehmlich die elektrischen Potentiale in einem Teil seines Gehirnes entladen , ohne daß sie generalisiert auf das ganze Gehirn übergegriffen hätten . Ist das der Fall führt das zu einem großen Anfall , den grand mal . Dies waren aber nur selten beschriebene Ereignisse im Leben des Komponisten , die nicht so gut zu sichern sind wie seine komplex partiellen Anfälle , für die es vielzählige Beschreibungen gibt, die so typisch sind für einen Epilepsiekranken , der nicht weiß unter was er leidet und nach Worten ringt um zu erklären was ihn quält. So typisch , daß man sie direkt mit Worten aus meinem Tagebuch , als ich 15 war, vergleichen kann , als ich auch noch nicht über meine Krankheit Bescheid wußte .Es war für mich, ehrlich gestanden , fast erschreckend die Memoiren zu lesen , in denen ich so viele ähnliche Formulierungen entdeckte . Ich finde es sehr wichtig bei einer Künstlerpersönlichkeit wie Berlioz eine genaue Differential Diagnostik zu betreiben , so wie man es bei Van Gogh gemacht hat , wenn man verantwortungsvoll mit einer Aussage wie dieser , nämlich Epilepsie umgehen will , denn ich weiß aus eigenen Erfahrungen , welchen Wirbel das verursachen kann denn schon oft ist meine Musik mit meiner Epilepsie in Verbindung gebracht worden obwohl ich nicht berühmt bin ,- denn Halt !! Epilepsie ist nicht gleich Epilepsie …
Eben, und zusätzlich müssen wir beachten , daß Berlioz nicht in Behandlung war .
Er hatte seine ganz eigenen Arten der Anfalls - Präventions Maßnahmen :
Nämlich das Arbeiten. D.h. Adrenalin aufbauen , Energie erzeugen , denn im absolut wachen Zustand hat der Mensch am wenigsten Anfälle . Wann war Berlioz am konzentriertesten ? Natürlich bei den Dingen , die ihm am meisten am Herzen lagen und das war das Komponieren , beim Durchführen seiner Kompositionen , das Schreiben sowie Philosophieren auch mit Gesprächspartnern und das Lieben allgemein . Oft hat Berlioz auch mit cholerischen Ausbrüchen und Aggressionsanfällen, sei es über sich oder die Welt, Adrenalin erzeugt, wenn die Aggressionen nicht gerade prä - oder postepileptische Anfallsäquivalente gewesen sind oder ein reaktives Verhalten auf Grund von Erschöpfungszuständen waren .Permanent beschäftigte er sich damit sein Gehirn anzupeitschen , damit es sich ja nicht entspannte , denn dann können sich die elektrischen Potentiale unkontrolliert entladen und ein Anfall entsteht . Genau das ist ihm immer dann passiert, wenn er alleine war . In der Natur , in Ruhe an einem schönen Sommertag , unbeobachtet ohne den Zwang etwas vor jemand anderem tun zu wollen und, was aber auch ganz wichtig ist, ohne sich vor jemand anderem für etwas schämen zu müssen.
nn diese ereignet sich immer in Anwesenheit von “Zuschauern” . Obwohl manche Stimmen
Andeutungen in die gegenteilige Richtung machen, bescheinige ich Berlioz einen absolut kontrollierten Charakter , der seine Exaltiertheit , scheinbare Zügellosigkeit in seinen Affekthandlungen immer bis ins Detail zu steuern wußte . Er hat sich selbst dirigiert , gleich einem Musiker im Orchester .Und er war auch fest überzeugt der kompromissloseste Diener der Musik zu sein . Diese perfekte Unnahbarkeit benötigte er für das extrem anstrengende Leben als Komponist , der zugleich Dirigent und auch noch Musikkritiker war. Und diese Unantastbarkeit seiner selbst hat er auch ein ganzes Leben lang aufrecht erhalten können , in dem er einfach kein Instrument mehr spielte , oder nicht mehr übte ? Das mit dem nicht mehr Spielen glaube ich nicht so ganz , sonst hätte er auch keine Gitarre mehr besessen . Er war so perfektionistisch , daß er seine instrumentalistischen Ziele selbst wahrscheinlich niemals erreicht hätte und er an der Zeit für seine Kompositionen Einsparungen hätte vornehmen müssen , daß er so voraussehend war frühzeitig seine Kindheitsinstrumente einfach in der Ecke stehen zu lassen, bevor er sich vielleicht selbst vor Ehrgeiz verzehrt hätte .
Es ist verblüffend welch genaue Vorstellungen Berlioz davon hatte , wie selbst sein Lebensweg und seine Biographie auszusehen hatten . Dinge , die ihm missfielen sparte er kompromisslos aus .
Er strotzte vor Selbstbewusstsein , wenn man es unterlässt zwischen den Zeilen zu lesen .
Er , Berlioz war felsenfest in seiner Meinung , doch da gibt es in seiner langen Autobiographie “Memoiren” , in denen er noch ankündigt keine Bekenntnisse zu schreiben , einen Stolperstein in seinem erzählerischen Rausch, ja sogar in seinem literarischen Erzählstil. Es ist eine Schneise , an ihr angelangt hält der Leser automatisch, bedächtig forschend, inne . Was ist es ?
Berlioz sagt er bildet sich etwas ein . Na hoppla , und er sagt er könne es auch schlecht beschreiben . Wie , - er der zynische , messerschneidige Kritiker , der jede Problematik mit seinem Verstand gleich einem Skalpell zerlegen kann ?!! Er redet von einer immer wieder kehrenden , nicht wirklichen , eingebildeten , moralischen Krankheit . Er schämt sich für etwas und schreibt sich in seiner eigenen Autobiographie die Scham therapeutisch und dann , so wie es Berlioz Art ist , theoretisch werdend , von der Seele .Am Ende wird klar : Berlioz redet von der “grausamen Krankheit” und von “zwei verschiedenen Arten spleen “ . Das ist wichtig und wurde von den Biographen oftmals nicht zu genüge getrennt gesehen . Aber das ist das Ausschlaggebende .Die grausame Krankheit steht für Berlioz` epileptische , sprich körperliche Erkrankung und die spleens stehen für die psychischen Reaktionen auf die Erkrankung . Daß Berlioz verschiedene Sorten von spleens wahrnimmt passt zum Krankheitsbild und mit seiner verfeinerten Selbstbeobachtungsgabe beschreibt er Gefühle , die Auren vor Anfällen gleichkommen , Zustände die während & nach Anfällen vorkommen , Auren die für sich alleine auftreten , ohne danach einen Anfall hervorzubringen und er beschreibt Situationen , die gefühlsmäßig einer epileptischen Aura gleich kommen , ihn also daran erinnern . Kurz , mit dem spleen faßt Berlioz all seine psychischen und auch psychosomatischen Beschwerden zusammen und gibt ihnen einen Namen . Sicher , da durch die Tradition eines Baudelaire es schicklicher war an einem spleen zu leiden , dies auch zu einem genialen Komponisten vortrefflich passte , wurde schon behauptet , daß Berlioz sich diesen spleen als sogenannte Modekrankheit angeeignet hat. Nun denn , zum Glück hatte er diese Möglichkeit ! Sonst wäre gar kein Ventil für ihn da gewesen unter dem Deckmantel des spleen über seine grausame Krankheit zu schreiben . Denn diese erwähnt er so gut wie nie , während er von seiner Krankheit des Jahrhunderts des öfteren redet .
Ach wie schön hast Du Menschen an der Nase herumgeführt , weil Du doch Angst hattest als Epileptiker vielleicht die Begabung und auch die Intelligenz aberkannt zu bekommen .
Ich bin stolz auf Dich , besser hättest Du Deine Intelligenz nicht unter Beweis stellen können , denn so viele hast Du Schach Matt gesetzt .
ˇSelbst für erfahrene Psychologen , Psychiater , Neurologen und Musikwissenschaftler ist Hector Berlioz ein so vielschichtiger Charakter mit so einer schwer klassifizierbaren Psyche , daß er es einem schier unmöglich macht ihn manchmal zu verstehen .Er hat seine Memoiren geschrieben weil er akribisch auf eine Richtigstellung seiner Vita bestand und weil er eine unstillbare Sehnsucht nach dem Verständnis seiner Umwelt verspürte, aber ambivalenter Weise hat er gleichzeitig mit seinem Intellekt so manche “Nebelbombe” geworfen , daß ich zu der Auffassung gekommen bin , ihn manchmal gar nicht mit seinen “eigenen Waffen schlagen zu können” ( es geht hier nicht um das Besiegen, nein , selbstverständlich um das Verstehen - Wollen ) .Dann versuchte ich ihn nicht mit dem Intellekt sondern mit meinem Instinkt oder auf dem emotionalem Gebiet zu begreifen. So habe ich in manchen Fällen von Unschlüssigkeit diese Methode angewandt und bin nur so damit weiter gekommen . Eigentlich hat Berlioz selbst von seinen Lesern und Biographen verlangt einmal ihre sachliche Intelligenz einzusetzen um ihn zu verstehen und dann ein anderes Mal ihre emotionale Intelligenz , um wiederum ein weiteres Mal ihre Sprachliche und dann künstlerische Intelligenz zu gebrauchen , stets verbunden mit einer gehörigen Portion an Bildung . Das ist ein enormer Anspruch ! Deswegen die Theorie meiner zuvor erklärten Methode .
Zum Abschluß , bevor ich nun meine Auszüge aus Autobiographie , musikwissenschaftlichen Schriften , medizinischen Schriften mit stichpunktartigen Bemerkungen darlege möchte ich sagen, daß ich hoffe, gewissenhaft recherchiert zu haben und Hector Berlioz mir vergeben soll, falls ich eine falsche Diagnose gestellt haben sollte , denn er ist der Einzige , der die tatsächliche Wahrheit über sich weiß , das sollten wir alle niemals vergessen .
Danke der Aufmerksamkeit .
____________________________
Marlene Marquardt
Ich gehe davon aus , daß Sie die Texte aus den musikwissenschaftlichen Bereichen , die ich Ihnen zusammengestellt habe alle kennen , da ich über Ihre Doktorarbeit und die damit verbundenen Aufenthalte in Paris und Ihre Studien informiert bin . Trotzdem ist die Zusammenstellung unter dem neuen Aspekt “Epilepsie” ein Anderer als bei der “Symphonie Fantastique” aber vielleicht ist es für Sie ja von neuem interessant . Ich weiß auch , daß die Memoiren leider nicht so gut übersetzt sind , deswegen habe ich des öfteren auf Bemerkungen aus Veröffentlichungen Von Herrn Wolfgang Dömling zurückgegriffen . Sie sprechen perfekt Französisch und wenn Sie ein Thema näher interessiert , hätten Sie ja die Möglichkeit in der Originalausgabe die angegebenen Textstellen nachzulesen . Wissen Sie was ich mir gedacht habe ? Daß Sie vielleicht derjenige sind, der für die neue Veröffentlichung der Ullstein Mutimedia CD-Rom “Lexikon der Musik” die Werks Analyse eines Ausschnittes der Symphonie Fantastique beiträgt sowie den biographischen Teil .Der Verlag hat unter Anderem seinen Veröffentlichungstermin vom Oktober bis jetzt nach hinten Verschoben . Es ist ein logisches Konzept , weil schon Paganini gesagt hat Berlioz sei der Nachfolger von Beethoven , und bei der letzten Ausgabe war dieser besprochen worden .Bitte entschuldigen Sie , wenn ich mich mit Berlioz beschäftige , dann beschäftige ich mich automatisch auch mit dem jenigenen , der sich dann weiter mit Berlioz beschäftigt .Sie verstehen die Kettenreaktion . Eine musikalisch - intellektuelle Kettenreaktion .
P.S.: Im Übrigen entspricht meine Epilepsie Diagnose in etwa der von Hector Berlioz , mit dem Unterschied , daß ich des öfteren komplex -partielle Anfälle mit danach folgender Generalisierung habe und einen relativ kurzen und gehäuften Zyklus , da ich eine genetisch bedingte Epilepsie seit meiner Geburt habe , die leider erst mit 25 Jahren effektiv behandelt wurde und sich dadurch die “epileptischen Bahnen” in meinem Gehirn verstärkt manifestieren konnten . Für diese Epilepsien ist Prof. Dr. Zentner ein Spezialist !! Ich finde aber immer wieder praktisch , daß ich in etwa weiß , wie man sich als Epileptiker gefühlt haben muss in Zeiten , als es noch keine Medikamente und viele Vorurteile gegen diese Krankheit gab ! Wie Sie sehen macht es mir Spaß aus allen meinen Erfahrungen nützliche Erfolge heraus zu filtrieren ! Voila , nun im Folgenden zuerst Basis Wissen & dann lassen wir unseren lieben Berlioz zu Wort kommen:
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